Thorwald Dethlefsen

THORWALD DETHLEFSEN

11.12.1946-01.12.2010

Dethlefsen - Psychologe, Reinkarnationstherapeut, Magier und Kirchengründer – Ein spannendes Leben der Symbole und Mysterien.

Thorwald Dethlefsen wurde am 11.Dezember 1946 in Herrsching am Ammersee geboren. Er studierte Psychologie und gründete 1974 das Institut für außerordentliche Psychologie, und wandelte es 1993 in den Kawwana-Konvent um. Die Idee von Kawwanna begleitete ihn sein Leben.

 

Dethlefsen lernte die Astrologie zusammen mit Nicolaus Klein und Hermann Meyer bei Wolfgang Döbereiner. Dethlefsen betrachtete die Astrologie als ein Werkzeug der Diagnose. Sein Beitrag zur Astrologie bestand im Konzept der Analogieketten.

Er interessierte sich besonders für die Hermetik und so prägte er das vertikale Denken. In seinem Institut vertrat er die esoterische Psychologie, an dem mehrmals jährlich u.a. astrologische Intensiv-Kurse abgehalten wurden. Er erforschte Methoden der Parapsychologie, als auch Reinkarnationstherapie in Kombination mit Hypnosetechniken. Er entwickelte eine Form der Reinkarnationstherapie, welche eine Kombination ist aus Autogenem Training mit Katathymen Bilderleben und Rebirthing, untermalt von Entspannungsmusik. Reinkarnationstherapie (RT) wird in verschiedenen Varianten von zahlreichen anderen Therapeuten angewandt, wie Rüdiger Dahlke, Robert Dorsch und Nicolaus Klein.

 

T. Dethlefsen wurde berühmt, als er medienwirksame Hypnose-Experimente durchführte, um die These von der Reinkarnation zu beweisen. Gleichzeitig war er wie Carl Gustav Jung sehr an der Mysterientradition und ihren Instrumenten interessiert. Er distanzierte sich bald von therapeutischen Wegen, da sie in Konflikt zu seinem okkulten Weg der Einweihung und Riten standen. Er erkannte die Sackgasse der psychologischen Therapie und verlagerte seine Forschungen intensiver in die ewigen Mysterien. So beschäftigte er sich mit dem Tarot als archetypischen Einweihungsweg, ebenso mit der Kabbalah und der Alchemie. Die Spagyrik erlernte er bei Frater Albertus. Desweiteren studierte er die praktische Magie als esoterischen Weg der Initiation.

 

Mit seinem rhetorischen Talent machte er im deutschsprachigen Raum die Esoterik populär, konnte deren Inhalte insbesondere gut und strukturiert vermitteln. Seine Vorträge und Bücher bedeuteten für zahlreiche Menschen den Einstieg in die bis dahin unbekannte Welt der Esoterik. Er schrieb den Bestseller Krankheit als Weg, gemeinsam mit Dr. Rüdiger Dahlke im Jahr 1983. Zu dieser Zeit ist Dethlefsen noch mit therapeutischen Vorgehensweisen engagiert, wovon er sich jedoch im Laufe seines Lebens immer mehr distanziert. Seine Bücher erschienen in Millionenauflage. Wer erfolgreich ist, zieht gleichzeitig auch die Aufmerksamkeit auf sich. So erntete er oftmals Kritik von Neidern oder Vertretern der Populäresoterik, dessen Scheinlehren er heftig kritisierte.

 

Er stand in Kontakt mit dem Okkultisten Oskar R. Schlag, der in der Schweiz die Hermetische Gesellschaft leitete. Eine hermetische Schule der Mysterien, die im Inneren initiatorisch ausgerichtet war. Schlag lebte in Zürich, wo er mit Carl Gustav Jung arbeitete. Ab 1930 begann Schlag als Sprecher des Avatars A. oder Atma zu wirken. Schlag arbeitet in der Schweiz mit einer initiatorischen Gruppe, wo er auch mit dem Ordensleiter Daniel Wagner befreundet war. Schlag stand mit bedeutenden Persönlichkeiten der magischen Szene in Kontakt. Er sammelte Zeit seines Lebens die größte okkulte Bibliothek mit 26000 Bänden. Rüdiger Dahlke bezeichnete Oskar Schlag als seinen Lehrer. Hans-Dieter Leuenberger war ebenso Mitglied in der Hermetischen Gesellschaft. Der Avatar Atma war daran beteiligt, dass Helena Blavatksy die Thesophischen Lehren empfing. Da diese Theosophische Richtung nicht in der Lage war die westliche Geheimlehre zu empfangen, wurde der höhere Einfluß entzogen. Aus der Theosophie und Rosenkreuzerbezügen entwickelte sich die Antroposohische Lehre von Rudolf Steiner. Atma verlagerte sich danach auf den Golden Dawn, da ein initiatorisches System idealer für die Lehren der Mysterien geeignet ist. Als Atma sich im Jahr 1903 vom Hermetic Order of the Golden Dawn zurückzog, löste sich der Golden Dawn auf und nur eine leblose Hülle bestand weiter, der magische Geist der Initiation entschwand. Dann setzte Atma sein Wirken in einem internationalen Einweihungsorden mit Hauptsitz Los Angeles fort, mit dem Oskar Schlag in Verbindung stand. Darauf verlagerte Atma im Jahr 2004 sein Wirken auf den AOR - Erste Schule der Hermetik mit dem Leiter Elias Rubenstein, mit dem Dethlefsen in Kontakt stand. Stark beeinflusst von Schlag und den Lehren von Atma wurde die von Thorwald geleitete Kawwana-Bewegung. Oskar R. Schlags empfangene Atma-Durchsagen bildeten einen Bezugspunkt von Dethlefsens System. Daneben beschäftigte sich Dethlefsen mit der jüdischen Kabbala und vertrat die Lehren des Kabbalisten Isaak Luria, auch ARI genannt (Lurianische Kabbalah).

 

1996 trug er Kawwana - Kirche des Neuen Aeon in München ein. Kawwana - Kirche des Neuen Aeons ist eine esoterisch-gnostische religiöse Bewegung. Er leitete diese Kirche im Amt des Vicarius. Die Kirche hatte von 1999 bis Januar 2003 halböffentliche Veranstaltungen. Dethlefsen übersetzte den Begriff Kawanna mit Ziel oder Inbrunst. Gleichfalls finden auch Begriffe wie Gott, Einheit oder Licht einen Bezug dazu. Davor lebte er in der Zurückgezogenheit und bereitete sich mit einem kleinen Kreis von Anhängern darauf vor.

In dieser Gemeinschaft wurden Rituale zelebriert, sowohl überlieferte als auch selbst kreierte. Laut Dethlefsen ist es unnötig diese Rituale zu erklären, es geht darum, dass man sie erlebt. In Vorträgen zitiert er auch aus den Schriften des Rosenkreuzers Alphonse Louis Constant bekannt als Eliphas Levi. Er sah die Kirche als notwendig, da eine solche Form erforderlich sei um das neue Wassermannzeitalter zu gestalten und Menschen rituell in die nächste höhere Welt hinüberzuführen. Zwischen 1999 und 2003 führte Kawwana unter der Leitung von Dethlefsen und seiner Stellvertreterinnen Kerstin Dethlefsen und Angela Stargalla mit etwa 40 engeren Mitarbeitern insgesamt neun halböffentliche Großveranstaltungen durch, sieben in München, zwei in Wien. 2003 erklärte Dethlefsen, die Kawwana-Kirche sei in die höhere Welt von Briah erhoben worden.

Als Folge dessen legte er seinen Titel ab und widmete sich Vorträgen und Schulungen. Der Tempel der Kirche wurde im Jahr 2009 abgerissen. Die letzten Jahre lebte Dethlefsen abgeschieden von der Öffentlichkeit und war von einem kleinen Kreis von Anhängern umgeben. Er verstarb am 1.Dezember 2010 im Alter von 63 Jahren in Wien (Österreich). Es ist bemerkenswert, dass der Abschied von Dethlefsens Lebensweg in Wien stattfand, wo seit Jahrhunderten esoterische  Strömungen beheimatet sind, wie auch die Rosenkreuzer, Templer, Alchemisten und hermetische Schulen.

 

 

Literatur von Thorwald Dethlefsen:

 

Thorwald Dethlefsen: Den Schatten angliedern. 1991
Thorwald Dethlefsen: Das Leben nach dem Leben, 1974
Thorwald Dethlefsen: Das Erlebnis der Wiedergeburt, 1976
Thorwald Dethlefsen: Schicksal als Chance, 1979
Thorwald Dethlefsen und Rüdiger Dahlke: Krankheit als Weg, 1983
Thorwald Dethlefsen: Ödipus der Rätsellöser, 1990
Thorwald Dethlefsen: Kawwana, 2002

 


Weiterführende Literatur:

 

Helena Petrova Blavatsky: Die Stimme der Stille

Eliphas Levi: Transzendentale Magie: Dogma und Ritual
Eliphas Levi: Der Schlüssel zu den großen Mysterien
Elias Rubenstein: Magie - Das Vermächtnis der Rosenkreuzer
Elias Rubenstein: Baum des Lebens - Kabbalah der Unsterblichkeit
Oskar Schlag: Die Lehren des A.
Rudolf Steiner: Die Theosophie des Rosenkreuzers

 


Links:

 

Bücher von Dethlefesen bei der Verlagsgruppe Bertelsmann
Oskar Schlag Stiftung
AOR - Erste Schule der Hermetik

Isaak Luria